AHRENSBURG-Aktue!!: AG Ahrensburg - 19.01.2012 > Unquittierte Fitnessstudiokündigung wird verhandelt...

Der Inhaber eines Fitnessstudios klagte gegen einen Kunden auf Zahlung von 1.332,00 EUR wg. fehlender Beiträge. Der Kunde, nun als Beklagter, berief sich auf eine von ihm an den Inhaber persönlich übergebene schriftliche Kündigung - ein Vorgang welchen er nicht beweisen konnte (keine Empfangsquittung oder Zustellbeleg).

Beide Parteien wurden von Anwälten vertreten:

RA Mark Schönleiter (Klägervertreter)

RA Pfeiffer (Beklagtenvertreter)

und hatten schon einmal bei einem Richterkollegen verhandelt.

Richter Ulrich wollte sich selbst ein Bild machen.

Der Beklagte wußte nicht, ob er eine Vertragsverlängerung unterschrieben hatte. Richter Ulrich ließ ihn 10 mal seine Unterschrift ausführen.

Dann wurde verglichen. Richter Ulrich: "Das ist nach meiner Überzeugung ...."

 

Aktenzeichen, Protokoll und Ausgang der Verhandlung auf Anfrage

Kommentar:

Der Beklagte verhielt sich ungeschickt, wie schon bei der angeblichen Abgabe seiner Kündigung im Fitnessstudio: ohne Empfangsquittung !

Beim Unterschriftenvergleich kam starker Protest, als ich als neutraler Beobachter aus der Öffentlichkeit ebenfalls aufstand, um am Richtertisch einen Blick auf die Unterschriften zu werfen:

Herr RA Schönleiter wusste offenbar nicht, dass es eine öffentliche Verhandlung war und machte Anstalten, im Flur auf die Terminrolle zu sehen. Er wollte es verbieten. RA Euler fragte unwirsch nach meinem Namen.

Beide Anwälte waren erheblich empört und wollten es lautstark verbieten.

Der Richter wußte vielleicht nicht genau, wies mich dann aber an, mich zu setzen, was ich tat. Ich kam nicht zum Streiten, sondern zum Beobachten.

Tatsächlich ist es gestattet, als öffentlicher Beobachter Einsicht zu nehmen. Es ist nur nicht üblich, genauso wie die meistens fehlende Öffentlichkeit. Die Menschen schauen sich das lieber im TV an - im realen Gericht wird man dagegen oft als Störend angesehen oder mit Erstaunen betrachtet - was mich dann widerum immer wieder erstaunt. Denn die Verhandlungen sind ja "öffentlich", da wir in einer Demokratie leben...wenn auch Postdemokratie.....Vorstufe von irgendeiner bevorstehenden Finanzdiktatur...... .

Ich beobachte seit 15 Jahren am AG Ahrensburg Verhandlungen bzw. die dortigen Alltags-Krimis.